Das Verbot: Entstehung eines Mythos

Das Ende des Absinth-Konsums war die Geburtsstunde des Mythos vom verbotenen Getränk... und des Schwarzhandels. Nach dem Verbot gab es im Val-de-Travers verschiedene unerschrockene Schwarzbrennereien, die mit der Produktion des auch „Lait de Vache“ (Kuhmilch) oder „Lait de Tigre“ (Tigermilch) genannten Absinths weiter machten und diesen illegal überall in der Schweiz und im Ausland vertrieben. Eine Schwarzmarktproduktion, die sich zur Freude von Liebhabern dieser Spirituose und der Medien bis 2005 nicht unterkriegen ließ, als das Verbot der Grünen Fee in der Schweiz endlich aufgehoben wurde. Und wenngleich der Absinth viele Jahre ins Hinterzimmer von Bistros verbannt worden war, hielt seine Geschichte doch bereits in dieser Zeit offiziellen Einzug in die Museen wie z. B. in das Museum in Môtiers, dann auch in Pontarlier und in Auvers-sur-Oise und erschienen seit 1983 zahlreiche fachliche bzw. wissenschaftliche Abhandlungen zum Absinth wie z. B. von Marie-Claude Delahaye, Benoît Noël und Pierre-André Delachaux.