Wermutkraut, eine Pflanze mit zahlreichen positiven Eigenschaften

Seit eh und je machen sich Menschen die heilende Wirkung von Pflanzen, die sie in der Natur finden, zunutze. Die meisten haben eine direkte therapeutische Wirkung auf den Körper.

Der Legende nach verdankt das Wermutkraut seinen lateinischen Namen „Artémisia Absinthuim“ der griechischen Mondgöttin, Göttin der Jagd und Beschützerin der Frauen Artemis, weil es ihnen in den schwierigsten Phasen ihres Lebens, der Pubertät und der Menopause, Linderung verschaffte.

Seit der Frühantike wurden dem Wermutkraut wichtige Heilkräfte zugeschrieben. Es wurde bereits auf einem aus der Zeit um 1600 v. Chr. stammenden ägyptischen Papyrus als eine Pflanze beschrieben, die die Verdauung anregt und zudem kräftigend, antiseptisch, stimulierend und fiebersenkend wirkt sowie gegen Wurmbefall hilft. Es vertreibt Motten aus dem Kleiderschrank und wirkt als Abwehrmittel gegen Mücken und andere Insekten.

Wermutkraut ist eine mehrjährige, ausdauernde Pflanze mit einem kräftigen, aromatischen Geruch und einem sehr bitteren Geschmack. Die Pflanze erreicht Wuchshöhen von über einem Meter und besitzt stark gespaltene Blätter, die auf der Oberseite gräulich grün erscheinen und silbrig grau auf der Unterseite. Die kleinen gelben Blüten sitzen wie hängende Köpfchen rispenartig zu Gruppen zusammengefasst am Ende der Stiele und werden während der Blütezeit (Juli/August) geerntet.

 

Die vielseitig einsetzbare Heilpflanze wurde entweder als Tee zubereitet oder als alkoholischer Auszug in Wein mazeriert. Bei den Römern wurde das Wermutkraut mit Anis zusammen in Wein mazeriert und bei Bauchschmerzen, Magenbeschwerden sowie zur Verdauungsförderung eingesetzt. Die Griechen verabreichten es gegen Malaria.

Im Frühmittelalter war Absinth-Wein auf der Basis von Wermutkraut, Ysop und Anis in Europa ein weit verbreitetes Getränk. Da ihm verdauungsfördernde, belebende und kräftigende Eigenschaften zugeschrieben wurden, trank man es früh auf nüchternen Magen bzw. vor den Mahlzeiten.

Die Einwohner von Martinique legen einen Wermutkrautzweig, eine Vanilleschote, Zimt und Limettenstücken in Rum ein. Sie erhalten auf diese Weise ein „Parasitenschutz-Getränk“, das sie früh auf nüchternen Magen trinken, um den Tag voller Elan zu starten, es trägt daher den bezeichnenden Namen „décollage“ (zu deutsch: Abheben).