Initiativen

Erschließung des französisch-schweizerischen historischen, kulturellen und wirtschaftlichen Erbes...

 

Im Jahr 1997 organisiert das Festkomitee von Boveresse unter der Leitung von Nicolas Giger und Eric-André Klauser das 1. Absinth-Fest in der Schweiz.

Der immer in den Köpfen gebliebene, aber kaum noch im Glas erhältliche Absinth wurde in Frankreich dank einer Europäischen Richtlinie aus dem Jahre 1988 wieder zugelassen, die dessen Herstellung bei Einhaltung eines maximalen Thujonanteils von 35 mg pro Liter wieder erlaubte. Bei Thujon handelt es sich im Übrigen um ein im Wermut enthaltenes Molekül, das bei sehr hoher Dosierung das Nervensystem angreift. Im gleichen Jahr ließ der französische Premierminister Michel Rocard diese EU-Richtlinie in einen Kabinettbeschluss münden, der die Herstellung unter folgenden zwei Bedingungen erlaubt: den Verzicht auf Fenchel bei der Herstellung und eine spezielle Bezeichnung („Aperitif-Getränk“ auf der Basis von Wermutkraut oder „Spirituose“ auf der Basis von Wermutkraut). Das Gesetz aus dem Jahre 1915 und seine späteren Ergänzungen wurden Anfang 2011 schließlich gänzlich außer Kraft gesetzt, als nun auch die Bezeichnung „Absinth“ wieder verwendet werden durfte.

 

Nach der aufsehenerregenden gesetzlichen Wiederzulassung erschienen bis Ende 2001 zahlreiche Produkte auf dem Markt, darunter der Absinth der in Pontarlier ansässigen Brennerei François Guy (45 % Alkohol).

Im gleichen Jahr 2001 beschloss die Association les Amis du Musée de Pontarlier (Freunde des Museums von Pontarlier) die jährlich am 1. Oktober-Wochenende stattfindenden „Absinthiades“ zu veranstalten. Ein kulturelles, pädagogisches und informative Ereignis, um Pontarlier wieder zu der weltweiten wirtschaftlichen Hauptstadt des Absinths zu machen, die es von 1805 bis 1915 gewesen war. Zur gleichen Zeit entstanden verschiedene, mit Absinth zubereitete Schokoladen- und Gebäckspezialitäten und Absinth-Parfums.

2004 veranstaltete die Stadt Pontarlier erstmalig die „Fête de l'absinthe“, ein regelrechtes Volksfest für Touristen und Einheimische anlässlich der Ernte des Wermutskrauts, das am letzten Juli-Wochenende stattfand.

Am 1. März 2005* setzte die Schweiz das Verbot aus dem Jahre 1910 außer Kraft; daraufhin schlossen sich 16 Brennereien und ein Wermut-Erzeuger zu einem Verband zusammen.

Mitte 2008: Unter der Ägide von Philippe Chapon, Vorsitzender der Association Amis du Musée de Pontarlier, und von Nicolas Giger wurde die Association Pays de l'Absinthe gegründet. Beide fungieren als Vorsitzender bzw. stellvertretender Vorsitzender dieses Vereins.

2009 Administrative Lancierung des Projekts „Route de l'Absinthe“, als deren Träger die Stadt Pontarlier und die Association Pays de l’absinthe auftreten.

17. Mai 2011: Das französische Parlament setzt das Gesetz vom 16. März 1915 gänzlich außer Kraft, indem es den französischen Herstellern nun offiziell gestattet, die Bezeichnung „Absinth“ wieder zu verwenden.

 

*Jahrestag, wodurch sich begründet, warum als Datum der Vorstellung des Projekts „Route de l'Absinthe“ der 1. März 2010 gewählt wurde.